Wortwechsel mit Carlo Thränhardt, Weltklasse-Hochspringer und Unternehmer
Groß und schlaksig kommt er daher. Unverkennbar: der Hochspringer, locker und unverkrampft erscheint er auf der Tennisanlage, wo er regelmäßig die Bälle schlägt. Sport gehört immer noch zu seinem Alltag. Anja Höfer hat Carlo Thränhardt in München auf dem Tennisplatz getroffen und mit ihm über sein Leben nach dem Sport, über Klischees, über Leistung und Erfolg gesprochen.
"Alle Pferde auf der Welt sprechen die gleiche Sprache", weiß Andrea Kutsch heute. Als Kind ist ihr sehnlichster Wunsch, mit ihrem Pferd sprechen zu können. Eines ihrer ersten Wörter, das sie beherrscht, ist "Pferd". Mit zwei Jahren kann sie reiten. Nirgendwofühlt sie sich ausgeglichener als in der Nähe von Zaumzeug und Sattel.
Trotzdem raten ihre Eltern ihr erst einmal zu einer Groß- und Außenhandelslehre. Danach studiert sie Marketing-und Kommunikationswissenschaften, gründet ein Marktforschungsinstitut. Pferde sind in diesem Lebensabschnitt ganz weit weg. Bis ihr damaliger Freund ein ganz besonderes Buch nach Hause bringt. Titel: "Der Mann, der mit den Pferden spricht". Autor: "Pferdeflüsterer" Monty Roberts. Der war weltbekannt geworden durch die Verfilmung selbigen Buches mit Robert Redford. Das Leben der Kommunikationswissenschaftlerin ändert sich schlagartig. Sie packt ihre Koffer, reist ab zu einem sechstägigen Einführungskurs, bleibt drei Jahre, und darf sich nach dieser Zeit selbst "Pferdeflüsterin" nennen.
2006 gründet die Monty-Roberts-Schülerin eine "Akademie für Pferdekommunikation" im brandenburgischen Bad Saarow. Dort lernen die Studenten innerhalb von drei Jahren alles über Pferde. Das "Gewaltfreie Kommunikation"; sei es beim Einreiten, beim Satteln oder beim Verladen der Tiere.
Anja Höfer spricht mit Kutsch über das große Thema ihres Lebens, nämlich die Gewaltfreiheit. Nicht nur zwischen Mensch und Pferd, sondern auch zwischen den Menschen. Und selbstverständlich über ihre Liebe zu Pferden. Zu guter Letzt lüftet sie noch ein Geheimnis: Was nämlich eine Pferdeflüsterin den Tieren ins Ohr spricht.
Wortwechsel mit Petra Roth, Oberbürgermeisterin Frankfurt/Main
"Ich wollte etwas für andere tun und stellte fest, dass ich belastbarer und durchsetzungsfähiger als andere bin", bemerkt die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth. Seit fünfzehn Jahren regiert sie "Deutschlands kleinste Weltstadt".
Dass die gelernte Arzthelferin in die Politik geht, hängt mit den Problemen der Frauen in Nieder-Eschbach zusammen. Das ist der Frankfurter Vorort in den sie zieht, nachdem sie ihren Mann Erwin geheiratet, ihren Job an den Nagel gehängt und den ersten Sohn bekommen hat. Und dann passiert eines der schicksalhaften Dinge, die immer wieder das Leben von Menschen entscheidend verändern. Bei Petra Roth kommt die Wende ganz banal daher: Sie ärgert sich, dass ein Zebrastreifen vor dem Kindergarten fehlt, will wissen, wie sie das ändern kann. Ein paar Wochen später sitzt Petra Roth im Nieder-Eschbacher Ortsbeirat, dann wird sie Stadtverordnete im Frankfurter Römer; als jüngste Frau und als erste mit zwei kleinen Kindern. Seit 1993 ist sie Oberbürgermeisterin von Frankfurt und sorgt hier für manche Überraschungen. Darüberhinaus ist sie die erste Frau an der Spitze des Deutschen Städtetages.
Birgitta Weber spricht mit Petra Roth über ihre politischen Anfänge, die hessische CDU nach Roland Koch und die Zukunft von Frankfurt.
Wortwechsel mit Uwe Hück, Porsche Betriebsratschef
"Es ist doch Wahnsinn, da bauen wir die schönsten Autos der Welt und dürfen sie nicht fahren", sinniert der Porsche-Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück und tut etwas. Heute darf vom Meister aufwärts jeder Betriebsangehörige einen Porsche fahren, geleast versteht sich. Zur eigenen Hochzeit oder zur Abiturfeier kann sich gar jeder Mitarbeiter einen Porsche leihen. Das ist Hück.
"Ich habe mich buchstäblich durchgeboxt". Denn vor seiner Karriere bei Porsche war Hück Profi-Thaiboxer. In einer der härtesten Sportarten gewann er zwei Mal den Titel des Europameisters.
Mitte der 80er-Jahre kam der gelernte Autolackierer zu Porsche. Aber ihn hielt es nicht lange am Band. Bald schon war er Betriebsratschef im Werk Zuffenhausen, seit 2002 ist er Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats.
Er ist dem Sport treu geblieben, er kümmert sich nach wie vor als Thaiboxer um Jugendliche, die aus Problemfamilien kommen. Trotz seines Umganges mit hochbezahlten Managern oder milliardenschweren Porsche-Familienmitgliedern hat er seine Wurzeln nicht vergessen. So ist Hück.
Walter Janson spricht mit Uwe Hück über sein Leben, seine Karriere bei Porsche und warum es eigentlich drei Tage dauert bis er allen Kollegen persönlich frohe Weihnacht gewünscht hat.
Wortwechsel mit Renan Demirkan, Schauspielerin und Moderatorin
Sie ist seit Jahren in Deutschland als Schauspielerin erfolgreich und auch als Autorin. Mit ihrem ersten Buch Schwarzer Tee mit drei Stück Zucker hat sie sich auf Anhieb in die Bestsellerlisten geschrieben.1955 wurde sie in Ankara geboren und kam als Kind nach Deutschland. Birgitta Weber hat mir ihr gesprochen.
Wortwechsel mit Spiros Simitis, Jurist und Datenschutzexperte
Wir leben im Zeitalter des gläsernen Menschen und schuld ist der Computer. Spiros Simitis hat diese Gefahr schon sehr früh gesehen. Jahrzehntelang hat der streitbare Professor als Datenschutzbeauftragter in Hessen gegen die Sammelwut der Behörden gekämpft. Auch als Vorsitzender des Nationalen Ethikrats ist der gebürtige Grieche dem Datenschutz verpflichtet.
In der Reihe Wortwechsel spricht Walter Janson mit Spiros Simitis über den Datenschutz in Zeiten des Internets, seine griechischen Wurzeln, die Finanzkrise und darüber, wie der Datenschützer selbst mit seinen Daten umgeht.
Die soziale Enge im saarländischen Gersweiler treibt Ihn an auf seinem Weg nach oben. Es ist Mitte der Fünfziger. In jener Zeit ist der Sport noch präzises Abbild sozialer Grenzen; die Leichtathletik der Sport für Töchter und Söhne aus besserem Hause. Doch Hary ist ein Kämpfer. Er nutzt Ehrgeiz und Talent und siegt, wird der erste 10,0 Sekunden-Sprinter der Weltgeschichte, Olympiasieger, Europameister, gewinnt als Zugabe Goldmedaillen mit den Sprintstaffeln - und das alles in den Sommern von 1958 bis 1960.
Er gründet die Jugendsport-Förderagentur "AHA", für Kinder aus sozial schwachen Familien, um sie während ihrer sportlichen Karriere zu begleiten. "Die meisten Kämpfer und Siegertypen kommen aus den hungrigen Bevölkerungsschichten, nicht aus den satten", meint der Bergmannssohn Armin Hary.
Wortwechsel mit Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Siegfried Buback
Der sog. "Deutsche Herbst" im Jahr 1977 gilt als eines der schlimmsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das war der Herbst, in dem die Terrorgruppe RAF zahlreiche Menschen getötet hatte. Eines ihrer Opfer war der damalige Generalbundesanwalt Siegfried Buback, der zusammen mit zwei weiteren Menschen erschossen wurde. Zwar wurden drei RAF-Mitglieder wegen dieser Tat verurteilt, ob die den Mord aber auch wirklich begangen haben; daran gibt es Zweifel. Zweifel hat vor allem der Sohn des Opfers, Michael Buback. Der heute 65-jährige Chemie-Professor hat seine eigenen Recherchen angestellt und sieht andere RAF Mitglieder als Täter.
Es war seine Rolle in die "große Flatter", die den Schauspieler Richy Müller berühmt machte. Quasi über Nacht. Inzwischen ist der Mann, der eigentlich vom Theater kommt, fester Bestandteil der sonntäglichen Abendunterhaltung in Deutschland. Seit 2008 ermittelt der gebürtige Mannheimer als Tatort-Kommissar Thorsten Lannert in Stuttgart.